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Großgewässertour auf der Elbe

Großgewässertour auf der Elbe oder Seehund per Anhalter

Fünfzehn Kanuten machten sich am Freitag, den 28. Mai 2010 auf den Weg nach Haseldorf um auf der Unterelbe eine Paddeltour zu unternehmen. Nach der Ankunft und zähen Verhandlungen mit dem Hafenmeister um die Höhe der Abgabe, den Hafen zu benutzen wurden die Seekajaks beladen und das mitgebrachte Trinkwasser verstaut.

Mit ablaufendem Wasser führte die Strecke von der „Haseldorfer Binnenelbe“ elbeabwärts durch die Pagensander Nebenelbe bis zum Leuchtfeuer an der Nordspitze des Pagensandes. Bereits hier blies uns ein frischer Wind entgegen, der zusammen mit dem ablaufenden Wasser eine für manchen ungewohnte Kreuzsee ergab. Am Leuchtturm Pagensand-Nord  querten wir das Hauptfahrwasser der Elbe und die fast einen Meter steilen Wellen forderten die Aufmerksamkeit der Paddler und manch einer war glücklich endlich den auf dem Südufer der Elbe liegenden Schwarztonnensand zu erreichen. Auf diesem Sand ist an der Nordspitze das einmalige Übernachten für Mitglieder des DKV’s gestattet. Um diese Stelle zu erreichen mussten wir unsere Kajaks noch ca. 200 m Elbe abwärts verhohlen, was zum Teil durch Treideln oder Schleppen geschafft würde. Kaum waren wir an Land erschienen die Betreuer des Schutzgebietes und überzeugten sich davon, das wir uns ordnungsgemäß verhielten. Sie baten und noch nicht kreuz und quer über den Sand zu laufen um  die zahlreichen Nester der Feldlerche zu schützen, was von uns selbstverständlich akzeptiert worden ist. Nach dem Abendessen saßen wir noch kurz zusammen und reflektierten den vergangenen Tag bis die zunehmende Kälte uns in die Zelte und warmen Schlafsäcke trieb.

Der nächste Morgen weckte uns mit Sonnenschein und nach dem Abbau und Verladen des Gepäcks führen wir mit auflaufendem Wasser elbaufwärts vorbei an Gewerbegebieten und dem AKW-Stade auf niedersächsischer Seite bis zum Hanskalbsand.

Hier verbrachten wir eine unruhige Nacht weil in der Nähe eine Motorradgruppe ohne Motorrad eine Party feierte und die Musik immer für 10-15 Minuten in äußerster Lautstärke erklang. Der Sonntag bescherte uns vorerst noch einmal gutes Wetter und das Highlight der Tour: Seehund per Anhalter! Ein Seehund tauchte neben uns auf und beäugte uns neugierig. Er (oder Sie) verhielt sich wie ein Profifotomodel und ließ sich von allem, was eine Optik hat und Bilder speichern kann, ablichten. Zeitweilig versuchte der Seehund sogar auf einzelne Kajaks zu klettern. Nach 15 Minuten Fotoshooting setzten wir unsere Fahrt elbeabwärts fort und erreichten nach kurzweiligem Paddeln den Pagensand. Wir rasteten bis die Tide kenterte, der Regenschauer vorbei war und paddelten über die Haseldorfer Binnenelbe zurück nach Haseldorf. Kaum war das Gepäck in den PKW’s und die Boote auf dem Dach verzurrt gab es sintflutartigen Regen mit Blitz und Donner. Unter dem Dach des ortsansässigen Fischbrötchenstandes vertilgten wir frische Frischbrötchen.

Während der Rückfahrt hörte der regen auf um pünktlich zum Bootereinigen wieder einzusetzen.

Es war eine Supertour die durch die gute Vorbereitung von Günter, der ja schon im Vorfeld einen Vortrag über die Unterelbe gehalten hatte. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an ihn und wir waren bestimmt nicht zum letzten Mal an der Unterelbe.

Thomas Riedel

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